Bau einer Holzterrasse (oder eines Holzzauns)
1. Vorbereitung und Fundamentierung
Zunächst wurde der Bereich eingemessen. Da Holz bei direktem Erdkontakt schnell fault, wurde ein Punktfundament-System gewählt:
- Aushub: Es wurden Löcher für Punktfundamente ausgehoben (ca. 40 cm Tiefe bei Terrassen, 80 cm frostfrei bei Zaunpfosten).
- Betonierung: Die Fundamente wurden mit Beton verfüllt. Bei einem Zaun wurden Pfostenträger (H-Anker) exakt fluchtgerecht einbetoniert. Bei der Terrasse wurden oft verstellbare Stelzlager oder Betonplatten auf einer verdichteten Schotterschicht verwendet.
- Ziel: Sicherstellung, dass das Holz keinen direkten Bodenkontakt hat (Vermeidung von Erdkontakt).
2. Die Unterkonstruktion (UK)
- Auf die Fundamente wurde die Unterkonstruktion montiert.
- Material: Idealerweise wurde hierfür das gleiche Holz wie für den Belag gewählt (gleiches Quell- und Schwindverhalten) oder eine langlebigere Holzart (z. B. kesseldruckimprägniertes Nadelholz oder Hartholz).
Konstruktiver Holzschutz:
- Zwischen Beton/Fundament und Holz wurden EPDM-Pads (Gummigranulat) gelegt, um aufsteigende Feuchtigkeit zu stoppen (Kapillarsperre).
- Auf die Oberseite der Traghölzer wurde oft ein spezielles Abdeckband geklebt, damit Regenwasser nicht in den Schraublöchern stehen bleibt.
3. Montage des Belags (Terrasse) bzw. der Zaunelemente
- Abstände: Beim Verlegen der Terrassendielen wurde auf einen gleichmäßigen Fugenabstand (ca. 5–7 mm) geachtet. Dies dient der Belüftung und gibt dem Holz Raum zum Arbeiten.
- Verschraubung: Es wurden ausschließlich Edelstahlschrauben (V2A oder V4A) verwendet, da die Gerbsäuren im Holz herkömmliche verzinkte Schrauben rosten lassen und schwarze Flecken verursachen.
- Gefälle: Die gesamte Konstruktion wurde mit einem Gefälle von ca. 1–2 % vom Gebäude weg montiert, damit Wasser schneller abläuft.
4. Konstruktiver Holzschutz im Detail
Um die Lebensdauer zu maximieren, wurden folgende Regeln beachtet:
- Wasserablauf: Alle Oberflächen wurden so geplant, dass Wasser zügig abfließen kann (keine Wassersäcke).
- Hinterlüftung: Durch den Abstand zum Boden kann die Luft unter der Konstruktion zirkulieren und das Holz nach Regen schnell abtrocknen.
- Schnittkanten: Alle frisch gesägten Enden wurden mit einer Hirnholzzurichtung (Wachs oder Lasur) versiegelt, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu minimieren.
Fachbegriffe für dein Berichtsheft:
- Konstruktiver Holzschutz: Bauliche Maßnahmen, die das Holz trocken halten (wichtiger als chemischer Schutz).
- Hirnholz: Die Querschnittsfläche des Holzes (besonders saugfähig).
- Kapillarsperre: Unterbrechung des Wasseraufstiegs (z.B. durch Pads).
- Gefälle: Notwendig für den Wasserablauf auf der Fläche.
Eingesetzte Maschinen/Werkzeuge:
- Kapp- und Gehrungssäge, Akkuschrauber (mit Drehmomenteinstellung).
- Laser/Nivelliergerät, Wasserwaage, Abstandshalter.
- Senker (um die Schraubköpfe bündig zu versenken).
Tipp für die Skizze: Zeichne ein Detail der Unterkonstruktion. Markiere besonders das Pad unter dem Holz und den Abstand zwischen den Dielen. Das zeigt, dass du den konstruktiven Holzschutz verstanden hast.