Landschaftsgärtner
 

Neuanlage von Rasenflächen

Vergleich zwischen Rasenansaat und Rollrasen (Fertigrasen)

1. Gemeinsame Bodenvorbereitung (Grundlage)
Unabhängig von der Methode war die Vorbereitung des Standorts für beide Flächen identisch, da der Boden die Basis für die spätere Verwurzelung bildet:

  • Grobe Planie: Der Boden wurde von Steinen, Wurzelresten und Unkraut befreit.
  • Bodenverbesserung: Je nach Bodenbeschaffenheit wurde Sand (bei lehmigen Böden) oder Kompost/Humus eingearbeitet.
  • Feinplanie: Mit dem Rechen und der Handwalze (oder Gitterwalze) wurde eine ebene, trittfeste Fläche ohne Vertiefungen geschaffen.
  • Startdüngung: Auf das fertige Planum wurde ein spezieller Starterdünger (hoher Phosphatanteil zur Förderung des Wurzelwachstums) gleichmäßig ausgebracht.

2. Ausführung der Varianten

Arbeitsschritte

Rasenansaat

Rollrasen (Fertigrasen)

Material

Rasensamen (z. B. RSM 2.3 Gebrauchsrasen)

Soden (Rollen), meist 1 m² groß

Ausführung

Saatgut kreuzweise (längs und quer) ausbringen und leicht einrechen (max. 1 cm tief)

Soden im Verband (wie Mauersteine) dicht an dicht verlegen und Fugen fest zusammenschieben.

Verfestigung

Fläche abgewalzt, um den Bodenschluss der Samen zu gewährleisten

Fläche abgewalzt, um Hohlräume unter den Soden zu beseitigen

Bewässerung

Fläche über ca. 3–4 Wochen  feucht halten (Samen dürfen nie austrocknen).

Fläche sofort nach Verlegung durchdringend wässerern

 (ca. 15–20 l/m²).


3. Vor- und Nachteile im Vergleich

  • Ansaat: Kostengünstiger, aber zeitintensiv bis zur vollen Belastbarkeit (ca. 8–12 Wochen). Das Risiko von Vogelfraß oder Auswaschungen bei Starkregen ist höher.
  • Rollrasen: Sofortige optische Wirkung ("Instant-Garten") und nach ca. 2 Wochen voll belastbar. Deutlich teurer im Material, aber weniger pflegeintensiv in der Keimphase.

4. Abschluss und Erstpflege
Bei beiden Flächen wurde nach Erreichen einer Wuchshöhe von ca. 8–10 cm der Erstschnitt durchgeführt. Dabei wurde die Halmlänge um maximal ein Drittel gekürzt, um die Bestockung (Dichtewachstum) anzuregen.


Fachbegriffe für dein Berichtsheft:

  • Feinplanum: Die letzte, fein bearbeitete Erdschicht vor der Saat/Verlegung.
  • Bodenschluss: Kontakt zwischen Samen/Wurzel und Boden (entscheidend für die Wasseraufnahme).
  • Bestockung: Die Verzweigung der Graspflanze an der Basis, die für die Dichte des Rasens sorgt.
  • RSM (Regelsaatgutmischung): Standardisierte Mischungen für verschiedene Zwecke (Schattenrasen, Sportrasen etc.).

Eingesetzte Maschinen/Werkzeuge:

  • Umkehrfräse oder Motorhacke (Bodenvorbereitung).
  • Rechen, Schaufel, Handwalze.
  • Streuwagen (für Dünger und Saatgut), Rasensprenger.