Landschaftsgärtner
 

Bau eines Biotops / Schwimmteichs (Schwerpunkt: Folie und Kapillarsperre)

1. Einleitung und Vorbereitung
Ziel der Arbeit war der Neubau eines Teichs (Biotop/Schwimmteich). Nach dem maschinellen Aushub der verschiedenen Tiefenzonen (Tiefwasser-, Flachwasser- und Sumpfzone) wurde das Feinplanum erstellt. Dabei wurden Steine und Wurzelreste entfernt und eine dünne Sandschicht zur Nivellierung und zum Schutz der Abdichtung aufgebracht.

2. Auskleidung: Schutzvlies und Folienverlegung
Die Abdichtung ist das Herzstück des Teichbaus. Hierbei wurde wie folgt vorgegangen:
Schutzvlies: Zunächst wurde ein hochfestes Teichvlies (mind. 300 g/m²) auf dem Planum ausgelegt. Es schützt die Folie vor Beschädigungen durch spitze Gegenstände oder Steine aus dem Untergrund.

  • Folienverlegung: Auf das Vlies wurde die Teichfolie (z. B. EPDM oder PVC) ausgelegt. Bei größeren Teichen wurde die Folie in Bahnen verlegt und im Quellschweißverfahren oder mittels Heißluft fachgerecht verschweißt.
  • Spannungsfreie Verlegung: Wichtig war, die Folie mit ausreichend Spielraum zu verlegen, damit sie sich beim Befüllen mit Wasser ohne Zugspannung an die Konturen des Teichgrundes anpassen kann.

3. Die Kapillarsperre (Saugsperre)
Ein entscheidender Arbeitsschritt ist die Ausbildung des Teichrandes als Kapillarsperre. Ohne diese würde das umliegende Erdreich oder angrenzende Vegetation das Wasser wie ein Docht aus dem Teich saugen.

  • Ausführung: Das Folienende wurde senkrecht nach oben geführt und über einen kleinen Erdwall oder ein festes Randprofil (z. B. aus Recycling-Kunststoff) gezogen.
  • Funktion: Die Folienkante muss deutlich über dem maximalen Wasserspiegel liegen und darf keinen direkten Kontakt zu Erde oder Pflanzen außerhalb des Teichs haben. Ein abschließender Kiesstreifen dient oft als optischer Abschluss und stabilisiert die Folienkante.

4. Befüllung und Randgestaltung
Nach der Verlegung wurde der Teich schrittweise mit Wasser gefüllt, um die Folie durch den Wasserdruck kontrolliert in die Ecken gleiten zu lassen. Erst nach der vollständigen Befüllung wurde die überschüssige Folie am Rand eingekürzt und im Bereich der Kapillarsperre fixiert. Die Pflanzzonen wurden anschließend mit gewaschenem Substrat (z. B. Zeolith-Sand-Gemisch oder Kies) aufgefüllt und bepflanzt.


5. Fachliche Besonderheiten
Besonderes Augenmerk lag auf der Dichtheitsprüfung der Schweißnähte vor der Befüllung. Zudem wurde darauf geachtet, dass die Kapillarsperre absolut waagerecht verläuft, um ein einseitiges Überlaufen des Teichs zu verhindern.


Tipp für dein Berichtsheft: Eine Skizze des Teichrandes, die den Verlauf von Vlies, Folie und die Unterbrechung des Wasserflusses (Kapillarsperre) zeigt, ist bei Prüfern sehr beliebt.