Landschaftsgärtner
 

Erstellen einer Natursteinmauer

1. Vorbereitung und Erdarbeiten

  • Zuerst wurde der Mauerverlauf mit Schnurpfählen und einer Richtschnur eingemessen. Für das Fundament wurde ein Graben ausgehoben.
  • Tiefe: Bei einer Trockenmauer reicht oft eine Tiefe von ca. 40 cm (Schotterfundament). Bei einer vermauerten, schweren Mauer wurde der Graben frostfrei auf 80 cm ausgehoben, um Hebungen durch Frost zu vermeiden.

2. Fundamentierung

  • Bei Trockenmauern: Einbau einer Schottertragschicht (Körnung 0/32 oder 0/45 mm). Diese wurde lagenweise eingebracht und mit einer Rüttelplatte hochverdichtet. Die letzte Schicht wurde mit einer dünnen Ausgleichsschicht aus Brechsand/Splitt für die erste Steinlage vorbereitet.
  • Bei vermauerten Mauern: Einbau eines Betonfundaments (C25/30). Der Beton wurde in den Graben eingebracht, verdichtet und waagerecht abgezogen.

3. Erstellen des Mauerwerk-Aufbaus

  • Nachdem das Fundament vorbereitet war, begann das Sortieren der Natursteine (z. B. Sandstein, Muschelkalk oder Basalt).
  • Erste Lage (Grundschicht): Hierfür wurden die größten und schwersten Steine verwendet („Bindersteine“), um der Mauer Stabilität zu geben.
  • Mauertechnik:
  • Trockenmauer: Die Steine wurden trocken (ohne Mörtel) aufeinandergesetzt. Wichtig war der Einbau einer Anlaufschräge (ca. 10–15 % Gefälle zum Hang) gegen den Erddruck. Hohlräume wurden mit Schotter verfüllt.
  • Vermauerte Mauer: Die Steine wurden in ein Mörtelbett gesetzt. Die Stoß- und Lagerfugen wurden gleichmäßig ausgebildet, wobei auf einen ausreichenden Überbindemaß geachtet wurde (keine Kreuzfugen!).
  • Entwässerung: Hinter der Mauer wurde eine Drainage (Filterschicht aus grobem Schotter) eingebaut, damit sich kein Wasserdruck hinter dem Mauerwerk aufbauen kann.

4. Abschlussarbeiten

Die oberste Lage bildet die Abdeckung. Hier wurden besonders flache und ansehnliche Steine gewählt. Bei der vermauerten Variante wurden die Fugen sauber mit einem Fugeisen nachgearbeitet. Bei der Trockenmauer wurden die obersten Fugen teilweise mit Substrat und Steingartenpflanzen (z. B. Mauerpfeffer) bepflanzt.


    Fachbegriffe für dein Berichtsheft:
  • Anlauf: Die Neigung der Mauer zum Hang hin.
  • Binder: Steine, die tief in das Hintermauerwerk greifen (Stabilität).
  • Läufer: Steine, die längs zur Mauerflucht liegen.
  • Kreuzfuge: Ein Fehler, bei dem vier Steine an einer Stelle zusammentreffen (instabil).
  • Frostfreie Gründung: Fundamenttiefe von 80 cm, um Frostschäden zu verhindern.


    Eingesetzte Maschinen/Werkzeuge:
  • Minibagger, Rüttelplatte, Betonmischer (bei vermauerter Bauweise).
  • Vorschlaghammer, Setzeisen (zum Richten der Steine), Wasserwaage, Schnurgerüst.

Mein Tipp: 

Zeichne daneben einen Querschnitt der Mauer. Zeige dabei das Fundament, die Hinterfüllung/Drainage und die Anlaufschräge der Mauer. Das zeigt dem Prüfer, dass du das Prinzip der Statik verstanden hast.