Landschaftsgärtner
 

Bewässerung

Ein Landschaftsgärtner muss heute fast so viel über Hydraulik und Technik wissen wie über Pflanzen, da automatische Bewässerungssysteme (Smart Irrigation) zum Standard im modernen Gartenbau geworden sind.

1. Hydraulische Grundlagen (Die Planung)
Bevor ein Rohr verlegt wird, muss die Technik stimmen, damit am Ende auch Wasser aus dem Regner kommt:

  • Fließdruck vs. Ruhedruck: Du musst den Druck an der Wasserquelle messen (Manometer). Ein zu niedriger Fließdruck führt dazu, dass Versenkregner nicht aufsteigen.
  • Wasserdurchfluss (Eimer-Methode): Wie viele Liter pro Minute liefert der Anschluss? Davon hängt ab, wie viele Regner gleichzeitig in einer "Zone" betrieben werden können.
  • Druckverlust: Lange Leitungen oder viele Winkelstücke reduzieren den Druck. Das muss bei der Rohrdimensionierung (z. B. 25 mm vs. 32 mm PE-Rohr) eingeplant werden.


2. Systemkomponenten

  • Versenkregner: Für Rasenflächen (Getrieberegner für große Weiten, Sprühregner für kleine Flächen).
  • Tropfbewässerung: Ideal für Beete und Hecken, da das Wasser direkt an die Wurzel gelangt (extrem wassersparend).
  • Ventilverteilung: Magnetventile in einer Ventilbox steuern die einzelnen Bewässerungskreise.
  • Steuerung (Computer): Von der einfachen Zeitschaltuhr bis zur App-Steuerung mit WLAN-Anbindung.

3. Smart Gardening & Sensorik

  • Regensensoren: Unterbrechen die Bewässerung sofort, wenn es regnet.
  • Bodenfeuchtesensoren: Messen, ob die Erde noch feucht genug ist – das spart massiv Wasser und schützt Pflanzen vor Staunässe.
  • Wetterdaten-Anbindung: Professionelle Steuerungen passen die Wassermenge automatisch an die aktuelle Verdunstungsrate (Evapotranspiration) an.

4. Wasserquellen & Rechtliches

  • Trinkwasseranschluss: Hier ist ein Systemtrenner (nach DIN EN 1717) zwingend vorgeschrieben, damit kein Gartenwasser (mit Dünger/Bakterien) zurück ins Trinkwassernetz fließen kann.
  • Zisternen & Brunnen: Einbau von Pumpen und Filtern, um Düsen vor Verstopfung durch Sand oder Algen zu schützen.
  • Winterfestmachung: Ein Gärtner muss wissen, wie man das System mit Druckluft entleert, damit die Rohre und Ventile bei Frost nicht platzen.

5. Pflanzenbedarf

  • Rasen: Benötigt meist wurzeltiefe Durchdringung (ca. 10–15 Liter pro m²), aber seltener.
  • Neu- vs. Bestandspflanzung: Frisch gepflanzte Gehölze brauchen in den ersten zwei Jahren eine intensivere Betreuung als etablierte Pflanzen.