Landschaftsgärtner
 

Mähwerkstypen

Im Garten- und Landschaftsbau entscheidet die Wahl des Mähwerks über das Schnittbild, die Flächenleistung und die Fähigkeit, mit unterschiedlichen Grashöhen umzugehen.

1. Sichelmähwerk (Der Allrounder)
Das am weitesten verbreitete System bei Handmähern, Aufsitzmähern und Rasentraktoren.

  • Funktion: Ein oder mehrere horizontal rotierende Messer schlagen das Gras ab (Abschlag-Schnitt).
  • Vorteile: Robust, kommt mit hohem Gras und leichtem Unrat (kleine Zweige) klar, fängt das Schnittgut meist sehr gut auf.
  • Nachteile: Das Schnittbild ist bei stumpfen Messern unsauber (ausgefranste Halmspitzen werden braun).
  • Einsatz: Gebrauchsrasen, Hausgärten, öffentliche Grünflächen.

2. Spindelmähwerk (Für das perfekte Schnittbild)
Das System für höchste Ansprüche an die Rasenqualität.

  • Funktion: Eine rotierende Messerwalze (Spindel) trifft auf ein feststehendes Untermesser. Das Gras wird wie mit einer Schere sauber abgeschnitten.
  • Vorteile: Extrem sauberer, glatter Schnitt; regt die Bestockung des Rasens an (wird dichter).
  • Nachteile: Sehr empfindlich gegen Steine und Zweige; nur für kurzes Gras geeignet (regelmäßiges Mähen zwingend).
  • Einsatz: Golfplätze, Sportplätze, repräsentative Zierrasenflächen.

3. Schlegel- oder Hammermähwerk (Für das Grobe)
Wird meist als Anbaugerät für Traktoren oder Einachser im kommunalen Bereich genutzt.

  • Funktion: An einer horizontalen Welle hängen bewegliche Messer (Schlegel), die das Schnittgut bei hoher Drehzahl zerfetzen.
  • Vorteile: Extrem unempfindlich gegen Steine, Unrat und sehr hohes, verholztes Gestrüpp.
  • Nachteile: Sehr unsauberes Schnittbild; hoher Leistungsbedarf der Maschine.
  • Einsatz: Straßenränder, Brachflächen, extensiv gepflegte Wiesen.

4. Balkenmähwerk (Finger- oder Doppelmesser)
Ein klassisches System für die ökologische Pflege und Landwirtschaft.

  • Funktion: Zwei übereinanderliegende Messerleisten bewegen sich oszillierend (hin und her) und schneiden das Gras am Halmgrund ab.
  • Vorteile: Das Schnittgut bleibt lang und unzerkleinert liegen (ideal zur Heugewinnung); schont Insekten und Kleintiere, da diese nicht "eingesaugt" werden.
  • Nachteile: Hoher Wartungsaufwand beim Schleifen der Messer; langsame Arbeitsgeschwindigkeit.
  • Einsatz: Blumenwiesen, Naturschutzflächen, Steilhänge.

Sonderform: Mulchmähwerk
Dies ist oft ein modifiziertes Sichelmähwerk ohne Auswurfschacht.

  • Funktion: Das Gras wird im Mähgehäuse gehalten und durch spezielle Messer mehrfach zerkleinert, bis es als feiner Dünger zwischen die Halme fällt.
  • Voraussetzung: Der Rasen muss trocken sein und darf nicht zu hoch stehen.