Landschaftsgärtner
 

pH-Wert

Wichtigsten Kenngrößen des Bodens. Er gibt den Säuregrad der Bodenlösung an (Skala 0–14


1. Nährstoffverfügbarkeit

  • Zu hoher pH-Wert (alkalisch): Mangel an Mikronährstoffen wie Eisen, Mangan, Kupfer und Zink ist häufig. Dies zeigt sich oft durch gelbe Blätter (Chlorose).
  • Zu niedriger pH-Wert (sauer): Es kann zur Freisetzung von giftigem Aluminium oder Mangan kommen, was die Wurzeln schädigt. Gleichzeitig sind Phosphor und Magnesium schlechter verfügbar.

2. Bodenstruktur und Bodenleben

  • Bakterien und Pilze: Die meisten nützlichen Mikroorganismen arbeiten optimal in einem leicht sauren bis neutralen Bereich (pH 5,5–7,0). In extrem sauren Böden wird die Zersetzung von organischem Material gestört.
  • Verschlämmung: Ein zu niedriger pH-Wert (Kalkmangel) führt oft zu einer schlechten Bodenstruktur, die leicht verschlämmt und verdichtet.

3. Standortspezifische Richtwerte
Der optimale pH-Wert ist von der Bodenart abhängig:

  • Sandige Böden: Optimal bei pH 5,3 bis 5,7.
  • Lehmige Böden: Optimal bei pH 6,0 bis 6,5.
  • Tonige Böden: Optimal bei pH 6,5 bis 7,0.

4. Pflanzenwahl (Zeigerpflanzen)

  • Moorbeetpflanzen: Rhododendren, Hortensien, Heidelbeeren oder Azaleen benötigen zwingend sauren Boden (pH 4,5–5,0).
  • Rasen: Gedeiht am besten bei pH 6,0 bis 7,0. Sinkt der Wert, verdrängt Moos die Gräser.
  • Gemüse & Kräuter: Die meisten Arten bevorzugen einen Bereich von 5,5 bis 7,5.

5. Maßnahmen zur Korrektur

  • Anheben: Durch die Gabe von Kalk (z. B. kohlensaurer Kalk oder Branntkalk) wird Säure neutralisiert.
  • Absenken: Einmischen von saurem Substrat (Torf oder Torfersatz), Rindenmulch oder die Verwendung von physiologisch sauren Düngern (z. B. ammoniumhaltige Dünger) erreicht werden.