Düngung
1. Die Hauptnährstoffe (NPK) und ihre Wirkung
Pflanzen benötigen drei Primärnährstoffe in größeren Mengen, die meist als NPK-Verhältnis auf Düngersäcken angegeben sind (in %, z.B. 12-8-6, --> 12 %N, 8% P, 6%K):
- Stickstoff (N): Der „Wachstumsmotor“. Er fördert das vegetative Wachstum und die Grünfärbung (Blattbildung).
- Phosphor (P): Wichtig für die Energiesteuerung und das Wurzelwachstum. Besonders bei Neupflanzungen und Rasenaussaat essenziell.
- Kalium (K): Der „Frostschutz“. Er festigt das Zellgewebe und erhöht die Widerstandskraft gegen Krankheiten, Hitze und Kälte.
Zusatzstoffe: Magnesium (MgO) ist entscheidend für die Chlorophyllbildung (sattes Grün), während Eisen (Fe) oft Moos im Rasen verdrängt.
2. Strategie und Zeitpunkte
Eine bedarfsgerechte Düngung folgt dem Wachstumszyklus der Pflanzen:
- Frühjahr (März/April): Startdüngung mit hohem Stickstoffanteil zur Anregung des Wachstums nach dem Winter.
- Sommer (Mai–Juli): Erhaltungsdüngung, oft mit Langzeitwirkung, um Stressphasen (Hitze) zu überstehen.
- Herbst (September/Oktober): Kalibetontes Düngen ohne viel Stickstoff. Dies härtet die Triebe für den Frost aus, anstatt neues, weiches Wachstum anzuregen.
3. Düngerarten im Vergleich
- Mineralische Dünger: Wirken schnell, da die Nährstoffe sofort wasserlöslich sind. Gefahr der Auswaschung bei Überdosierung.
- Organische Dünger (z. B. Hornspäne, Kompost): Müssen erst von Bodenorganismen zersetzt werden. Wirken langsamer, verbessern aber nachhaltig die Bodenstruktur.
- Langzeitdünger (Depotdünger): Geben Nährstoffe über Wochen kontrolliert ab, was den Pflegeaufwand im Galabau minimiert.
4. Fachgerechte Anwendung und Recht
- Bodenanalyse: Vor einer großflächigen Düngung ist eine Bodenprobe Pflicht, um Überdüngung (besonders Phosphat und Kalium) zu vermeiden.
- Düngeverordnung (DüV): Auch wenn sie primär die Landwirtschaft betrifft, liefert sie die fachliche Basis für den Gewässerschutz (Nitratbelastung).
- Blattdüngung: Eine Spezialmethode, um akuten Nährstoffmangel (z. B. Eisenmangel-Chlorose) schnell über das Blattwerk auszugleichen.
Tipp: Niemals bei praller Sonne oder extremer Trockenheit, da dies zu Verbrennungen an den Blättern kann. Idealerweise erfolgt die Gabe vor einem leichten Regenschauer oder wird direkt eingewässert.