Landschaftsgärtner
 

Boden

Man unterscheidet im GaLaBau grundlegend drei Sichtweisen:

1. Der Boden als Pflanzenstandort (Der "lebende" Boden)
Oberboden (Mutterboden). 

  • Edaphon: Die Gesamtheit der Bodenlebewesen (Regenwürmer, Bakterien, Pilze), die Humus produzieren.
  • Gefüge: Wie sind die Bodenteilchen angeordnet? Ein "krümeliger" Boden ist ideal, da er genug Poren für Luft (Atmung der Wurzeln) und Wasser besitzt.
  • Nährstoffspeicher: Die Fähigkeit des Bodens, Dünger zu halten und an die Pflanzen abzugeben (Sorptionsfähigkeit).

2. Der Boden als Baugrund (Der "technische" Boden)
Sobald Wege, Mauern oder Terrassen gebaut werden, zählt die Statik. 

  • Tragfähigkeit: Kann der Boden das Gewicht von Pflaster und Fahrzeugen halten?
  • Verdichtbarkeit: Wie gut lässt sich der Boden mit der Rüttelplatte festigen? (Sand und Kies sind gut verdichtbar, nasser Ton kaum).
  • Frostsicherheit: Böden mit hohem Schluff- oder Tonanteil "frieren auf" (dehnen sich aus), was Pflasterbeläge anheben und zerstören kann. Deshalb wird oft eine Frostschutzschicht aus Schotter eingebaut.

3. Der Boden als Abtrag und Auftrag (Die Bodenmassen)

Bei der Kalkulation von Baustellen wird Boden in Schichten (Horizonten) eingeteilt:

  • Oberboden (Mutterboden): Die wertvollste Schicht (meist die obersten 20–30 cm). Nach DIN 18915 separat abgetragen, gelagert und vor Verdichtung geschützt werden. Er darf nicht als Unterbau für Wege genutzt werden (Fäulnisgefahr).
  • Unterboden: Die Schicht unter dem Mutterboden. Sie ist nährstoffarm, aber oft tragfähiger.
  • Untergrund: Das anstehende Gestein oder Ausgangsmaterial.

Zusammenfassung: 

Die "3 Säulen" der Bodenbeurteilung

  • Bodenart: (Sand, Schluff, Ton, Lehm) -> Was ist drin?
  • Bodenzustand: (Feuchte, Verdichtung, Humusgehalt) -> Wie geht es ihm?
  • Bodenwert: (pH-Wert, Nährstoffe) -> Was braucht er?


Klima und Boden bestimmen die Pflanzenauswahl. 


Licht-, Wärme- und Feuchtigkeitsansprüche müssen übereinstimmen.


Bodenbestandteile: 

  • Grobboden über zwei Millimeter umfasst Kiese und Steine. 
  • Feinboden unter zwei Millimeter besteht aus Sand, Schluff und Ton.

Porenvolumen: 

  • Feinporen enthalten für Pflanzen unzugängliches Totwasser. 
  • Mittelporen speichern das pflanzenverfügbare Wasser. 
  • Grobporen regeln den Luft- und Sickerwasserhaushalt

Bodenarten: 

  • Sandböden sind leicht durchlüftet, aber nährstoffarm. 
  • Tonböden speichern Wasser gut, neigen aber zu Staunässe. 
  • Lehmböden bieten ausgewogene Mischeigenschaften.