Wegebau
Im Wegebau zeigt sich die wahre Handwerkskunst eines Landschaftsgärtners. Hier geht es darum, Flächen so zu befestigen, dass sie auch nach Jahren intensiver Nutzung (begehen oder befahren) eben bleiben und Wasser fachgerecht ableiten.
1. Der fachgerechte Oberbau (Schichtenfolge)
Wege-Aufbau nach DIN 18318:
- Erdplanum: Der ausgehobene und verdichtete gewachsene Boden.
- Frostschutzschicht: Leitet Wasser ab und verhinder Kapillarwasser
- Tragschicht: Meist Schotter oder Kies (Körnung 0/32 oder 0/45). Sie leitet Lasten ab und muss frostbeständig sowie wasserdurchlässig sein.
- Bettung: Eine 3–5 cm starke Schicht aus Splitt oder Brechsand, in die die Steine verlegt werden. Wichtig: Die Bettung darf nach dem Abziehen nicht mehr betreten werden.
- Deckschicht: Das eigentliche Pflaster oder der Plattenbelag.
2. Materialkunde und Formate
- Betonstein: Maßhaltig und in unzähligen Farben/Formen verfügbar. Wissen über mechanische Verlegung und verschiedene Oberflächenvergütungen.
- Naturstein: Granit, Basalt oder Sandstein. Erfordert mehr Geschick, da die Steine unregelmäßig sind. Kenntnisse über Pflasterverbände (Segmentbogen, Passe, Reihenverband).
- Gebundene vs. ungebundene Bauweise: Verlegung in Splitt (flexibel) oder in Mörtel/Drainbeton (starr, oft bei Terrassen oder gebundenen Fugen).
- Wassergebundene Wege: Aufbau von Wegen aus feinen Gesteinsgemischen (z. B. Grand), die wasserdurchlässig und natürlich wirken.
3. Entwässerung und Gefälle
Wasser ist der größte Feind des Wegebaus (Frostschäden, Rutschgefahr):
- Quer- und Längsgefälle: Ein Weg braucht in der Regel ein Quergefälle von mindestens 2 % bis 2,5 %, damit Regenwasser vom Gebäude weg oder in Grünflächen geleitet wird.
- Entwässerungselemente: Einbau von Rinnen, Abläufen und Sickerschächten.
- Versickerungsfähige Beläge: Wissen über "Ökopflaster" mit breiten Fugen oder haufwerksporigem Beton, um Versiegelungsgebühren zu sparen.
4. Verlegetechnik und Werkzeuge
- Flucht und Richtung: Arbeiten mit Schnurgerüst und Richtscheit für absolut gerade Fugenbilder.
- Schneidearbeiten: Sicherer Umgang mit dem Steintrennwerktisch (Nassschneider) oder dem Winkelschleifer für Passstücke an Rändern.
- Verdichten (Abrütteln): Wahl der richtigen Rüttelplatte (mit Gummimatte bei Sichtbeton oder Naturstein), um das Pflaster auf Endhöhe zu bringen, ohne es zu beschädigen.
5. Fugenfüllung
Die Fuge stabilisiert den Belag ("Kraftschluss"):
- Einkehren: Füllen mit Brechsand oder Splitt bei ungebundener Bauweise.
- Einschlämmen: Einwaschen von Material mit Wasser für maximale Verdichtung der Fuge.
- Fugenmörtel: Einsatz von polymeren oder zementären Mörteln (Pflasterfugenmörtel), um Unkrautwuchs zu verhindern.
6. Belastungsklassen
Welche Lasten auf den Weg wirken:
- Fußgängerverkehr: Geringere Tragschichtstärken (ca. 15–20 cm).
- PKW-Befahrbarkeit: Verstärkte Tragschichten (ca. 25–40 cm) und dickere Pflastersteine (mind. 8 cm), um Spurinnen zu vermeiden.