Landschaftsgärtner
 

Mauerbau

Mauern dienen als optische Trennelemente, fangen Hanglasten ab, gliedern Räume und dienen als Gestaltungselemente. 

1. Mauertypen und Bauweisen

  • Trockenmauer: Bau ohne Mörtel oder Kleber. Standfestigkeit, durch das Eigengewicht, die Passform der Steine und eine leichte Neigung zum Hang (Anlauf/Dossierung). Ideal für Ökologie (Lebensraum).
  • Gemauerte Wand (Schwergewichtswand): Steine werden mit Mörtel verbunden. Sie benötigt eine exakte Fugenausbildung und ist starrer als eine Trockenmauer.
  • Verblendmauerwerk: Eine Betonmauer oder L-Steine werden mit Naturstein- oder Betonriemchen beklebt.
  • Gabionen: Drahtkörbe, die mit Steinen gefüllt werden. Schnell aufzubauen, aber statisch anspruchsvoll bei großen Höhen.

2. Fundamentierung und Untergrund

Das Fundament entscheidet über die Langlebigkeit (Vermeidung von Setzungsrissen):

  • Frostfreie Gründung: In der Regel eine Tiefe von 80 cm, um Hebungen durch gefrierendes Bodenwasser zu verhindern.
  • Schottertragschicht: Ein gut verdichtetes Polster aus Frostschutzmaterial (z. B. 0/32 Schotter) unter dem Betonfundament.
  • Sauberkeitsschicht: Eine dünne Schicht aus Magerbeton, auf der die erste Steinreihe exakt ausgerichtet wird.

3. Statik und Erddruck

  • Lastabtragung: Wissen, wie das Gewicht der Mauer und der Druck des dahinterliegenden Erdreichs sicher in den Boden geleitet werden.
  • Hinterfüllung: Verwendung von frostsicherem, sickfähigem Material (Schotter, Kies), um den Druck auf die Mauer zu minimieren.
  • Fundamentdimensionierung: Breite und Tiefe des Fundaments müssen zur Höhe der Mauer passen.

4. Entwässerung (Drainage)

Wasser hinter der Mauer ist die häufigste Schadensursache (Frostsprengung oder Umdrücken):

  • Drainrohr: Einbau eines gelben oder schwarzen Drainrohres am Fuß der Mauerhinterfüllung.
  • Sickerpackung: Vertikale Schicht aus grobem Material direkt hinter der Mauer.
  • Speier/Entwässerungsöffnungen: Kleine Öffnungen in der Mauer (bei gemauerten Wänden), damit Stauwasser austreten kann.

5. Verlegetechnik und Verband

  • Mauerverbände: Kenntnis der Regeln (z. B. Läuferverband), um Kreuzfugen zu vermeiden (Stabilitätsverlust).
  • Überbindemaß: Die Mindestüberlappung von Steinen einer Reihe zur darunterliegenden (meist ca. 1/3 der Steinlänge).
  • Abdeckung: Fachgerechter Abschluss der Mauerkrone (z. B. mit Abdeckplatten und Tropfkante), um das Eindringen von Wasser in das Mauerinnere zu verhindern.

6. Materialkunde

  • Naturstein: Bearbeitung (Bossieren, Richten) und Eigenschaften von Granit, Sandstein oder Kalkstein.
  • Betonstein: Systemmauern mit Nut-Feder-System oder Klebeverbindungen.
  • Mörtelwahl: Auswahl des richtigen Mörtels (z. B. Trassmörtel bei Naturstein, um Ausblühungen zu vermeiden)