Bodenarten
1. Die drei Grundfraktionen (Korngrößen)
Böden werden nach der Größe ihrer mineralischen Teilchen unterschieden. Das Mischverhältnis dieser Fraktionen bestimmt die Bodenart:
- Sand (0,062 - 2mm): Grobe Körner, fühlt sich kratzend an. Lässt Wasser schnell durch (hohe Durchlässigkeit), speichert aber kaum Nährstoffe.
- Schluff (0,002 - 0,063mm): Fühlt sich mehlig oder samtig an. Kann Wasser gut halten, neigt aber bei Nässe zur Verschlämmung und Verdichtung.
- Ton (< 0,002 mm): Kleinste Teilchen, fühlt sich klebrig und glatt an. Speichert extrem viel Wasser und Nährstoffe, ist aber schwer zu bearbeiten und neigt zu Staunässe.
- Lehm: Die "ideale" Mischung aus Sand, Schluff und Ton. Er vereint die positiven Eigenschaften (gute Speicherfähigkeit bei ausreichender Belüftung).
2. Sandboden (S) – „Der Leichte“
- Merkmale: Grobe Körner, nicht formbar, rieselt durch die Finger.
- Vorteile: Sehr gute Belüftung, erwärmt sich schnell, keine Staunässe, leicht zu bearbeiten.
- Nachteile: Speichert kaum Wasser und Nährstoffe (muss oft gewässert/gedüngt werden).
- GaLaBau-Einsatz: Ideal als Bettungsmaterial für Pflaster oder zum Abmagern von schweren Böden.
3. Tonboden (T) – „Der Schwere“
- Merkmale: Feinste Teilchen, im feuchten Zustand klebrig und formbar (wie Knete), glänzt beim Streichen.
- Vorteile: Enormer Nährstoff- und Wasserspeicher.
- Nachteile: Neigt zu Staunässe, wenig Luft für Wurzeln, im Sommer steinhart (Trockenrisse), schwer zu bearbeiten ("Minutenboden").
- GaLaBau-Einsatz: Muss für die meisten Pflanzen durch Sand oder Humus verbessert werden; bautechnisch riskant wegen Frosthebung.
4. Schluffboden (U) – „Der Staubige“
- Merkmale: Korngröße zwischen Sand und Ton. Fühlt sich im trockenen Zustand wie Mehl an, im nassen Zustand samtig (aber nicht klebrig).
- Vorteile: Kann Wasser sehr gut kapillar leiten (transportiert Wasser von unten nach oben).
- Nachteile: Neigt extrem zur Verschlämmung und Verdichtung an der Oberfläche.
- GaLaBau-Einsatz: Oft Bestandteil von fruchtbarem Ackerboden, muss aber bei Starkregen geschützt werden.
4. Lehmboden (L) – „Der Ideale“
- Merkmale: Eine Mischung aus Sand, Schluff und Ton.
- Eigenschaften: Er vereint alle Vorteile: Er ist nährstoffreich wie Ton, wasserdurchlässig wie Sand und speicherfähig wie Schluff.
- GaLaBau-Einsatz: Das Ziel für fast jede Pflanzfläche.
5. Der Humusgehalt
- Mutterboden (Oberboden): Mineralischer Boden + Humus + Bodenlebewesen.
- Moorboden/Torf: Besteht fast nur aus organischem Material (extrem sauer, spezieller Einsatz für Moorbeetpflanzen).
6. Die Faustzahl für die Baustelle (Fingerprobe)
Lässt sich keine Wurst rollen? --> Sand.
Lässt sich eine Wurst rollen, die beim Biegen bricht? --> Lehmiger Sand / Sandiger Lehm.
Lässt sich eine glänzende, stabile Wurst rollen? --> Ton / Schwerer Lehm.