Erdbau
1. Bodenkunde und Bodenmechanik
- Bodenarten: Unterscheidung zwischen Sand, Schluff, Ton und Lehm sowie deren Eigenschaften bezüglich Wasserführung und Verdichtung.
- Bodenklassen & Homogenbereiche: Einteilung des Bodens nach DIN 18300 (Klassen 1–7), um den Aufwand für das Lösen und Laden kalkulieren zu können.
- Mutterbodenschutz: Fachgerechter Abtrag, Lagerung (Mietenpflege) und Wiedereinbau des belebten Oberbodens zum Schutz der Bodenfruchtbarkeit.
2. Bautechnik und Geländemodellierung
Gärtner übertragen Planungen in das Gelände und formen dieses nach funktionalen und ästhetischen Vorgaben.
- Aushub und Erdmassenberechnung: Bestimmen von Volumen für Gruben, Gräben und Fundamente.
- Verdichtung: Einsatz von Rüttelplatten oder Grabenwalzen, um Setzungen bei späteren Pflasterflächen zu vermeiden.
- Böschungsbau: Kenntnisse über standsichere Böschungswinkel und Sicherungsmaßnahmen gegen Abrutschen.
- Entwässerung: Einbau von Drainagen, Versickerungsanlagen und das Anlegen von Gefälle (meist mind. 2 %), um Staunässe zu verhindern.
3. Maschinentechnik
Die effiziente Abwicklung von Erdarbeiten erfordert den sicheren Umgang mit Baumaschinen.
- Bedienerkompetenz: Sicherer Betrieb von Minibaggern, Radladern und Dumpern.
- Anbaugeräte: Wissen über den Einsatz von Tieflöffeln, Grabenräumlöffeln oder Erdbohrern.
- Wartung: Grundkenntnisse in der täglichen Kontrolle und Pflege der Maschinen (z. B. Abschmieren, Ölstandskontrolle).
4. Sicherheit und Recht
Erdbau birgt hohe Risiken, weshalb Unfallverhütungsvorschriften (UVV) oberste Priorität haben.
- Baugrubensicherung: Wissen, ab welcher Tiefe Gräben verbaut oder abgebösch sein müssen, um Verschüttungen zu verhindern.
- Leitungsschutz: Vor Beginn der Arbeiten müssen Leitungsauskünfte eingeholt werden, um Gas-, Wasser- oder Stromleitungen nicht zu beschädigen.
- Qualifikation: Für das Führen von Erdbaumaschinen ist eine entsprechende Unterweisung und oft ein Fahrausweis erforderlich