Landschaftsgärtner
 

Holzbau

Im Garten- und Landschaftsbau ist Holz ein beliebter Werkstoff für Terrassen, Zäune, Pergolen und Sichtschutz. 

1. Materialkunde und Holzarten
Nicht jedes Holz ist für den Außenbereich geeignet. Ein Gärtner muss die Dauerhaftigkeitsklassen (nach DIN EN 350-2) kennen:

  • Harthölzer / Tropenhölzer: (z. B. Bangkirai, Cumaru) Sehr langlebig, aber schwer zu bearbeiten und ökologisch oft kritisch (auf FSC/PEFC-Siegel achten).
  • Heimische Harthölzer: (z. B. Robinie, Eiche) Die Robinie ist das dauerhafteste europäische Holz für Erdkontakt.
  • Nadelhölzer: (z. B. Douglasie, Lärche) Beliebt für Terrassen, brauchen aber guten Schutz. Kiefer ist meist nur druckimprägniert (KDI) haltbar.
  • Modifizierte Hölzer: (z. B. Thermo-Holz oder WPC) Durch Hitze oder Kunststoffbeimischung resistenter gegen Pilze und Fäulnis gemacht.

2. Konstruktiver Holzschutz (Wichtigster Punkt)
Chemischer Schutz (Lasuren) ist zweitrangig. Das A und O ist, dass das Holz schnell abtrocknen kann:

  • Kein Erdkontakt: Holzpfosten sollten immer in Metallschuhen (H-Anker) mit Abstand zum Boden stehen.
  • Wasserablauf: Waagerechte Flächen leicht abschrägen oder abrunden, damit Wasser abfließt.
  • Hinterlüftung: Bei Fassaden oder Sichtschutzwänden muss Luft zirkulieren können.
  • Staunässe vermeiden: Gummipads (Isopads) unter der Unterkonstruktion von Terrassen verhindern, dass das Holz im Wasser liegt.

3. Verbindungstechnik
Holz arbeitet (Quellen und Schwinden), daher müssen die Verbindungen passen:

  • Edelstahlpflicht: Im Außenbereich dürfen nur Edelstahlschrauben (V2A oder V4A) verwendet werden, da verzinkte Schrauben durch Gerbsäuren im Holz rosten und schwarze Flecken verursachen.
  • Vorbohren: Besonders bei Hartholz zwingend erforderlich, um Risse im Holz zu vermeiden.
  • Abstände: Dehnungsfugen zwischen Terrassendielen einplanen, da sich das Holz bei Feuchtigkeit ausdehnt.


4. Statik und Fundamentierung
Holzkonstruktionen müssen sicher stehen:

  • Punktfundamente: Einmessen und Betonieren von stabilen Basen für Pfosten.
  • Lastabtragung: Dimensionierung von Balken und Pfosten bei Carports oder Pergolen (Schneelasten berücksichtigen!).
  • Verankerung: Kraftschlüssige Verbindung mit dem Untergrund (z. B. Schwerlastanker).

5. Bearbeitung und Werkzeuge

  • Präzision: Sicherer Umgang mit Kappsäge, Handkreissäge, Oberfräse und Akkuschrauber.
  • Schnittkanten: Versiegeln von Hirnholzflächen (Endgrain-Sealer), da hier am meisten Feuchtigkeit eindringt.